Nahost: Geschichte und Struktur des Konflikts by Friedrich Schreiber, Michael Wolffsohn

By Friedrich Schreiber, Michael Wolffsohn

Zwei Nationen - ein Land Nicht zwei Religionen, sondem zwei Nationen kfunpfen urn das "Heilige Land". Zwei Nationen ringen urn ein und dasselbe Land, urn "ihr" Land. Jede Seite behauptet, dieses Land sei ihr Land. Jede Seite beruft sich dabei auf die Geschichte, die - versteht sich - ihre jeweilige Ansicht bestiitige. Jede Seite beruft sich dabei auch auf die faith, doch keineswegs nur auf die faith, und die Re­ ligion ist dabei oft nicht mehr als lediglich politisches Argument oder software. "In Tiirkisch-Asien", schrieb im Jahre 1905 der arabische Natio­ nalist Nejib Azouri, "stehen sich zwei bedeutende Bewegungen ge­ geniiber: Das Erwachen der Arabischen kingdom und die Anstren­ gungen der Juden, das alte Konigreich Israel wieder zu errichten. Beide stehen vor einem stiindigen Kampf, bis eine die andere iiber­ wunden hat". Zwei Nationen, die urn ein und dasselbe Land kiimp­ fen: Dies ist die Quintessenz des Nahostkonflikts. Wann begann dieser Konflikt, den der im Pariser Exil lebende Wahlpaliistinenser Azouri prognostizierte? Mehrere historische Er­ eignisse bieten sich dafiir an: rein nearby gesehen z.B. die erste Einwanderungswelle zionistischer, das heiBt nationalistisch geson­ nener, Juden im Jahre 1882 oder die ersten groBeren Auseinander­ setzungen zwischen Juden und Arabem in Paliistina im Jahre 1920.

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Schon im Miirz brodelte es in Paliistina. Hier und dort kam es zu antijiidischen Ausschreitungen; zuniichst eher riipelhaft-aggressiv als gefiihrlich. Am 4. April 1920 feierten die Moslems in Jerusalem das NebiMussa-Fest. Es erinnert die Moslems an Moses, der auch ihnen geradezu heilig ist. Nach dem Gottesdienst stiegen die muslimischen Gliiubigen vom Tempelberg, von der Omar-Moschee und der al-Aksa Moschee, hinab in die Jerusalemer Altstadt. Von Fanatikem aufgehetzt, stiirmten einige in das nahe jiidische Viertel.

Noch radikaler forderten die jugendlichen Vertreter der Kulturklubs die Einbeziehung "Siidsyriens" in ein haschemitisch regiertes Gro6syrien. 1m Hintergrund dieses ersten paliistinensisch-arabischen Kongresses wirkten britische und franzOsische Diplomaten, die versuchten, die offene Frage des kiinftigen Mandats fUr das Gebiet Paliistinas in ihrem Sinne vorzuentscheiden. Die allseitige Begeisterung fUr einen gro6syrischen Konig Feisal erwies sich hierbei jedoch als wirklichkeitsfremde Hoffnung. Frankreich wiinschte zwar eine Einbeziehung Paliistinas in seine im Sykes-Picot-Abkommen festgelegte syrische Interessensphiire, nicht jedoch einen von Gro6britannien gefOrderten Haschemitenherrscher.

Die Demonstrationen in Jerusalem, Jaffa und Haifa am Zl. Februar 1920 verliefen noch friedlich. Auf den Protestaktionen yom 8. und 11. Miirz 1920 wurden bereits Juden beliistigt und beschimpft. "Palastina ist unser Land und die Juden sind unsere Hunde" (Nebi-Mussa-Demonstration, Jerusalem, April 1920) Obwohl die Militiirregierung gewalttiitige Demonstrationen verbot, kam es am 4. und 5. April bei der traditionellen Nebi-MussaWallfahrt in Jerusalem und anderen GroBstiidten Paliistinas, aber auch in landlichen Gebieten, zu gewalttiitigen Ausschreitungen, und am See Genezareth im oberen Jordantal wurden Kibbutzim angegriffen.

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