Leben in der multikulturellen Gesellschaft: Die Entstehung by Wolf-Dietrich Bukow

By Wolf-Dietrich Bukow

Die Bundesrepublik ist eine multikulturelle Gesellschaft. l Vnd doch ist sie es nieht. Sie ist eine multikulturelle Gesellschaft, die zumindest nach offizieller model keine sein will, sondem naeh wie vor und heute wieder ganz besonders von einem homogenen, ja nationalen Gemeinwesen triiumt. Diese im Grunde ein fache Feststellung zu entschlusseln und deren folgenreiche gesellschaftliehe Bedeu tung aufzuzeigen ist das Ziel der vorliegenden Arbeit. Es ist - so trivial diese Feststellung aueh sein magazine - ein schwieriges Vorhaben. Aber es ist auch ein wichti ges und dringend gebotenes Vnterfangen. Dies gilt nieht nur im Blick auf die natiir lieh ganz besonders betroffenen ethnischen Minderheiten. Es gilt fOr jedes Gesell schaftsmitglied, das sieh unter solchen paradoxen Bedingungen tagtiiglich und ganz lebenspraktisch zu orientieren hat und einen Standpunkt beziehen muB. Vnd dies gilt besonders fur den Sozialwissenschaftler, der in einem speziellen MaS, namlich als Wissenschaftler, gesellschaftliche Verantwortung fur die Gesellschaft, die er nieht nur thematisiert, sondern deren Teil er auch ist, tragt. Glucklieherweise sehen viele Menschen diese Paradoxie, auch wenn es im A ugenblick so aussehen magazine, als ob die Verfechter eines nationalistischen Gesell schaftsverstandnisses wieder die Oberhand gewinnen. Ich darf an dieser Stelle besonders den studentischen Mitarbeitern danken, weil sie sieh nieht irritieren lieBen und diese Problematik mit kleinen selbstandigen ethnischen Vntemehmern, die die angedeutete Problematik in geradezu exemplarischer Weise spiegeln, in 2 vielen Gesprachen durchgegangen sind.

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Aber diese Zusammenhange bestimmen und nicht die Konstruktion des sozio-kulturellen Feldes. 13 In diesem Zusammenhang vollzieht sich das, was Habermas unter dem 12 Es ist schon emtichtemd, aber auch faszinierend, wie offen die Medien zu dem Warencharakter wer Produktion stehen. Sie sprechen von Einschaltquoten, Auflagen, dem Unterhaltungswert und dem Nachrichtenwert "schlechter Nachrichten". Der Sprecher einer regionalen Zeitung (der Badischen Neuesten Nachrichten) erkliirt auf einer Podiumsdiskussion ganz offen, daB es ihm nur urn die Auflage gehe.

Damit wird die Diskussion erst realistisch, weil so - die Vielfarbigkeit einer Entwicklung freigebend - auch die Vielfalt der darauf bezogenen moglichen gesellschaftlichen Reaktionen ins Blickfeld tritt. n der systemischen Ausarbeitung der Gesellschaft wiederfinden. 1m Rahmen der Okonomie findet sie sich 'ganz deutlich wieder, etwa in der Universalitat des Kapitalbegriffs. In der Politik spiegelt sich die Zweckrationalitat in der Ausgestaltung des ganzen Staatsapparates und hier insbesondere in Biirokratie und Verwaltung wieder.

Geschaffen sowie Herrenmenschenideologie formuliert und iiber die Proklamierung gemeinsamer Interessengrundlagen abgestiitzt. Und genau an dieser Stelle setzt emeut die Selbstdefinition durch Feindmarkierung31 (gegen einen auBeren und gegebenenfalls auch inneren Feind) ein. Dies braucht an dieser Stelle nicht weiter im Detail beschrieben zu werden. Die Brisanz dieses Verfahrens liegt auf der Hand. Es geniigt an dieser Stelle, vielleicht noch einen kurzen Verweis auf die sich in dieser Zeit entfaltende protestantische Hoftheologie einzufiigen.

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