Europäische Sozialpolitik: Ausgangsbedingungen, by Wolfgang Kowalsky

By Wolfgang Kowalsky

Das "soziale Europa" wird kontrovers diskutiert: FUr die einen ist es ein erstrebenswer tes Ziel; rnanche sehen in der Entwicklung sozialer Regulierungen auf europaischer Ebene sogar eine Bedingung fUr das dauerhafte Gelingen der Europaischen Union. FUr die anderen besteht der Reiz der Wirtschafts- und Wahrungsunion gerade darin, daB sie korporatistische Verkrustungen auf der Ebene der Nationalstaaten aufbricht; sie sehen in der Schaffung eines europaischen Marktes die Voraussetzung fUr Wettbewerbsfa higkeit und Wohlstand. Manche nehrnen die Vedagerung von Zustandigkeiten auf die europaische Ebene als Abbau von Sozialstaatlichkeit wahr; andere verstehen die famous person kung der europaischen Ebene als strategischen Schliissel zur Rettung sozialstaatlicher Errungenschaften angesichts der Herausforderung durch die Globalisierung. Hinter diesen Kontroversen verbergen sich unterschiedliche ordnungspolitische Konzepte und zurn Teil auch gegensatzliche wirtschaftliche Interessen. Die Auseinan dersetzungen urn die Gestaltung unserer Gesellschaft werden spatestens seit der Lan cierung des Binnenrnarkt-Projekts und der Wahrungsunion nicht rnehr allein auf der nationalen Ebene gefUhrt. Sie sind zu europaweiten Auseinandersetzungen geworden, und sie tragen unabhangig von ihrern Ausgang dazu bei, daB sich eine europaische Ge sellschaft entwickelt. Die Kontroversen urn das "soziale Europa" sind ein Indiz fUr die zunehrnende Realitat der europaischen Gesellschaft.

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Marek Czyzewski ist Dozent am Institut für Soziologie an der Universität Lódz. Dr. phil. Elisabeth Gülich ist Professorin für Romanistik/Linguistik an der Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft. Dr. phil. Heiko Hausendorf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft.

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Eine andere, komplexere Einteilung schlagt Hix (1994, 23) vor: I. International Relations Paradigms: 1. Pluralist Approaches: a) transactions or communications approach, b) theory of neofunctionalism, c) interdependance, 2. Realist Approaches: a) Intergovernmentalism, b) Preference-Convergence, c) Elite-Bargaining, 3. Structuralist Approaches: a) Marxist school, b) constructivist school, 4. Institutional Approaches: a) functionalism, b) federalism; II. Comparative Politics: 1. Pluralist Approaches: a) Pluralism, b) Post-Pluralism, c) NeoCorporatism, 2.

Reregulierung beinhaltet somit die Moglichkeit eines "increase of individual freedom and welfare within a network of collective security and participation" (MUckenberger et al. 1989, 154), der "Erweiterung der sozialen Selbstbestimmung" (cf. Rogowski et al. 1997). Die Wahl dieser oder einer anderen Perspektive hat erheblichen EinfluB auf die Analyseresultate: Die europaische Integration laBt sich aus aus dem etatistischen Blickwinkel "von oben" oder aus dem zivilgesellschaftlichen "von unten" betrachten und beurteilen (cf.

Die Kapitalmobilitat verursacht keine massive Verschiebung von Investitionen und Beschaftigungsmoglichkeiten von den fortgeschrittenen in die sich entwickelnden Lander, die - abgesehen von einer kleinen Minderheit neu industrialisierter Lander sowohl in Investitionen als auch im Handel marginal bleiben. Die Weltwirtschaft ist weit davon entfernt, global zu sein, da die Hauptstrome von Handel, Investitionen und Finanzen sich auf die Triade Europa, Japan, Nordamerika konzentrieren und diese Dominanz anhalt.

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